Weißbuch: Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger, Weißbuch für die Gemeinschaftsstrategie und Aktionsplan 1997

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Weißbuch: Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger, Weißbuch für die Gemeinschaftsstrategie und Aktionsplan 1997

Im Zuge der internationalen Klimapolitik und kurz vor der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls brachte die EU-Kommission im Jahre 1997 das Weißbuch „Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger“ heraus. Ziel war es, die THG-Reduktion sollte bis 2010 gegenüber 1990 um 15 % zu verringern. Zudem sollte auf heimische Energieträger zurückgegriffen werden, um zu verhindern, dass die Energieimportabhängigkeit von 50 % (1997) auf prognostizierte 70 % im Jahre 2020 ansteigt. Im Sinne der Diversifizierung sollte dabei ein Augenmerk auf regenerative Energien gelegt werden. Der Anteil der EE, der bis dato innerhalb der EU weniger als 6 % des Bruttoinlandsenergieverbrauchs ausmachte, sollte auf 12 % erhöht werden.

Nach Konzeption der Kommission schien der bedeutendste Anstieg beim Anteil der EE bei der Biomasse liegen. Sie sah hier die Möglichkeit die Energieproduktion um 90 Mio. t RöE bis 2010 auszubauen. Der Anteil biogener Festbrennstoffe deren Ausbaukapazität bis 2010 auf 27 Mio. t RöE geschätzt wurde, sollte über 10 ha Anbaufläche (v.a. Grenzertragsboden) erhöht werden. Als zweitwichtigste Energiequelle wurde die Windenergie eingeschätzt mit einem Steigerungspotenzial von 40 GW, gefolgt von thermischen Solarkollektoren 100 Mio. m2 (1995 6,5 Mio. m2), mit einem Einsparpotenzial fossiler Energieträger von 35 Mio. t RöE. Bei der Wasserkraft sah die Kommission nur noch geringe Ausbaumöglichkeiten, so dass ihre Zunahme bis 2010 bei 13 GW liegen sollte. Bei Photovoltaik sollte der Zuwachs 3 GWp, bei Erdwärme 1 GWe und 2,5 GWth und bei Wärmepumpen 2,5 GWth betragen.

Zur Marktdiffusion von fester Biomasse sah die EU-Kommission vor, den Fokus v.a. auf Mittel- und Großlösungen zu legen. Die Substitution fossiler Brennstoffe in Kohlekraftwerken und bestehenden Fernwärmenetzen sollte ebenso vorangetrieben werden, wie der Bau neuer Fernwärme- bzw. Fernkühlungsnetze. Es sollten ferner verbesserte Kombikraftwerke (Kohlevergasung (IGCC) und Biomasse aus Abfällen) gebaut werden.

Im privaten Wohnsektor sah die Kommission ferner einige Möglichkeiten, den EU-Gesamtenergieverbrauch bis 2010 um 50 % zu reduzieren. Die Hälfte hiervon könne durch aktive und passive Solartechnik gesenkt werden. Die Steuerung sollte dabei zunächst über Förderungen (aktive und passive Nutzung für Heiz- und Kühlzwecke) und ordnungsrechtliche Instrumente, wie bspw. der Novellierung von bestehenden Richtlinien (Energieeffizienz in Gebäuden, Bauprodukte) von statten gehen[1].

Quellen und weiterführende Hinweise

  1. EU Kommission (1997): Weißbuch: Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger, Weißbuch für die Gemeinschaftsstrategie und Aktionsplan 1997, COM97 599, Brüssel.



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