Marktentwicklung Pellets

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Die Pelletproduktion in Deutschland wuchs nach dem Jahr 2000 ausgehend von rund 6.000 Tonnen im Jahr 2001 rapide an. Bis zum Jahr 2008 stieg die tatsächliche Produktion auf rund 1,5 Mio. Tonnen, wobei die Produktionskapazität der registrierten 50 Produzenten[1] sogar 2,4 Mio. Tonnen ermöglicht hätte. Der Pelletverbrauch stieg bis zum Jahr 2008 auf rund 900.000 Tonnen[2], woraus sich ein deutlicher Exportüberschuss (vor allem Industriepellets) ableitet. Im Jahr 2010 lag die Zahl der Pellethersteller bereits bei 96, wobei deren Produktionskapazität mit 2,6 Mio. Tonnen nur wenig angestiegen ist und die Produktion bei rund 1,8 Mio. Tonnen rund 70 % Auslastung entspricht. Der Pelletverbrauch stieg bis zum Jahr 2009 auf rund 1,1 Mio. Tonnen[3]. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 2,2 Mio. Tonnen Pellets produziert, wobei die Kapazität bereits 3,1 Mio. Tonnen betrug. Die Branche war bei 120.000 Tonnen Import und 150.000 Tonnen Export weiterhin Nettoexporteur.[4]

Die Standorte der deutschen Pellethersteller konzentrieren sich dabei auf den südwest-deutschen Raum. Das Gros der Produktion kommt dabei von wenigen Großproduzenten wie beispielsweise vom erst 2005 in Wismar gegründeten Unternehmen German Pellets. Das Unternehmen war bereits 2012 in Europa mit Abstand Marktführer und hatte nach einigen Übernahmen von Konkurrenten (European Pellet Company, Woodox, FireStixx) allein in Deutschland eine Produktionskapazität von 1,4 Mio. Tonnen (2012). Hinzu kommen drei Produktionswerke in Österreich (115.000 Tonnen) und zwei in den USA (500.000 Tonnen Industriepellets für Europa). Pellets für Endverbraucher sind heute in der Regel von den Herstellern nach DINplus/ENplus zertifiziert.

Weltweit lag die Pelletproduktion 2010 bei rund 14 Mio. Tonnen[5], der Anteil Deutschland daran bei rund 13 %.In Deutschland selbst spielte (Stand 2012) die industrielle Nutzung von Holzpellets in Biomassekraftwerken im Gegensatz zu Schweden, Dänemark, Belgien, Groß Britannien oder den Niederlanden nur eine Randrolle. So verbraucht das größte mit Pellets betriebene Kraftwerk im englischen Tilbury (RWE Innogy) pro Jahr alleine bis zu 2,4 Mio. Tonnen Pellets[6]. In wieweit diese Entwicklung hin zur Nutzung von Pellets in riesigen Mengen in Alt-Kraftwerken mit relativ geringem elektrischen Wirkungsgrad und geringer Wärmenutzung ein nachhaltige Entwicklung ist, wird die Zukunft zeigen.

Pellets eigenen sich gerade wegen ihrer guten Transporteigenschaften besonders für die Nutzung in Kleinanlagen. Der starke europäische Trend, für die CO2-Minderung Millionen Tonnen von Holzpellets in alten Kohle-Großkraftwerken als Zufeuerung oder ausschließlich einzusetzen, könnte sich durch den dadurch massiv steigenden Holzbedarf zu einem großen Akzeptanzproblem auch für Pelletheizungen entwickeln und stellt im Vergleich auch keine Innovation dar.


Quellen und Fußnoten

  1. Weitere 20 Kleinstproduzenten wurden für das Jahr 2008 in der Studie noch vermutet.
  2. WIP Renewable Energies (2009): Pellet@tlas - Pellet market country report GERMANY. Development and promotion of a transparent European Pellets Market
  3. PELLETS@LAS Market Database
  4. Michael Pecka: Optimismus im Pelletmarkt. In: Energie & Management vom 15.05.2013
  5. Verhoest, Chrystelle; Ryckmanns, Yves (2012): Industrial Wood Pellets Report
  6. Verhoest, Chrystelle; Ryckmanns, Yves (2012): Industrial Wood Pellets Report
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